Vom Saugwelpen bis zur Abgabe in der 10`ten Woche - sowie der weitere Lebensweg bis zum erwachsenen Teckel.

„Ein Dackel schenkt dir sein ganzes Herz, aber er erwartet im Gegenzug Fairness und Konsequenz. Er ist kein Hund für Menschen, die einen blinden Befehlsempfänger suchen, sondern für jemanden, der einen Partner mit echtem Charakter schätzt.“


Der Dackel: Ein stolzes Energiebündel mit Köpfchen


  • Charakterstark & Eigenständig: Der Dackel wurde gezüchtet, um im Bau eigene Entscheidungen zu treffen. Das macht ihn unglaublich schlau, aber er hinterfragt Befehle auch gerne mal auf ihren „Sinn“ (der berühmte Dackel-Dickkopf).
  • Mutig & Selbstbewusst: Er kennt keine Angst vor großen Hunden oder Herausforderungen. Diese Unerschrockenheit ist beeindruckend, erfordert aber eine souveräne Führung durch den Menschen, damit der Mut nicht in Übermut umschlägt.
  • Passionierter Jagdhund: Auch wenn er als Familienhund lebt, steckt die Jagdpassion in seinen Genen. Er ist wachsam, hat eine feine Nase und liebt es, Aufgaben für den Kopf zu bekommen.
  • Loyaler Familienhund: In seinem „Rudel“ ist er extrem verschmust, anhänglich und treu. Er liebt die Gemeinschaft, braucht aber klare Regeln und einen festen Platz in der Hierarchie, um sich sicher zu fühlen.
  • Anpassungsfähig, aber kein Spielzeug: Er ist ideal für aktive Familien, solange man seine Grenzen respektiert. Er ist ein vollwertiger Hund, der ernst genommen werden möchte – kein Schoßhund, der nur herumgetragen wird.


Die Entwicklung eines Dackelwelpen von der Geburt bis zur 10. Woche erfolgt in mehreren biologischen und sozialen Phasen, in denen er von einem hilflosen Neugeborenen zu einem neugierigen, eigenständigen Begleiter heranwächst.


Zeitstrahl der Entwicklung


  • 1. – 2. Woche (Neonatale Phase):
  • Zustand: Die Welpen werden blind und taub geboren. Sie reagieren primär auf Wärme, Berührung und Gerüche.
  • Aktivität: Sie verbringen ca. 90 % der Zeit mit Schlafen und trinken bis zu 20 Mal täglich Muttermilch.
  • Wachstum: Das Geburtsgewicht verdoppelt sich meist innerhalb der ersten 10 Tage.
  • 3. Woche (Übergangsphase):
  • Sinne: Augen und Ohren öffnen sich (ca. 10. – 14. Tag).
  • Mobilität: Die Welpen beginnen, erste wackelige Gehversuche zu unternehmen.
  • 4. – 8. Woche (Sozialisierungsphase):
  • Interaktion: Ab der 4. Woche beginnt die entscheidende Sozialisierungsphase. Die Welpen spielen mit Geschwistern und lernen die Beißhemmung sowie Hundekommunikation (Knurren, Bellen, Lefzenlecken).
  • Ernährung: Die Zähne brechen durch (bis zur 6. Woche vollständig als Milchgebiss) und sie gewöhnen sich an feste Nahrung.
  • Gesundheit: Zwischen der 4. und 12. Woche sinkt der Immunschutz durch die Muttermilch; die ersten Impfungen stehen an.
  • 9. – 10. Woche (Abgabephase):
  • Selbstständigkeit: Der Welpe ist nun bereit für den Umzug in ein neues Zuhause. Er sollte bereits an einen festen Tagesablauf und einfache Regeln (wie "nicht beißen beim Spielen") gewöhnt sein.
  • Lernfähigkeit: In diesem Alter lernen Welpen Übungen besonders leicht. Erste kurze Spaziergänge (ca. 10 Minuten) sind ausreichend, um sie nicht zu überlasten. 


Wichtige Eckpunkte für die 10. Woche


  • Stubenreinheit: Ein Welpe in diesem Alter muss sich etwa alle 1,5 bis 2 Stunden lösen. Nutzen Sie Methoden wie die 10-10-10-Regel (10 Min. Toben, 10 Min. Aufsicht, 10 Min. Ruhe), um eine Routine zu etablieren.
  • Abgabe: Laut Tierschutzgesetz ist eine Abgabe ab der 8. Woche erlaubt, viele Züchter und Experten empfehlen jedoch die 9. oder 10. Woche für eine bessere soziale Festigung. 



Die erste Angstphase (8.–12. Woche)

In genau diesem Zeitraum durchlaufen Welpen eine genetisch verankerte Angstphase (auch Fremdelphase genannt). 



Ein Welpe ist ein Lebewesen, kein fertiges Produkt. Besonders die Zeit zwischen der 8. und 12. Woche ist eine biologisch sensible Phase – die sogenannte „Angstphase“. In dieser Zeit ziehen meine Welpen meist aus. Der Wechsel vom schützenden Rudel in ein neues Zuhause als Einzelhund ist der größte Schritt im Leben eines Hundes. Dass ein Welpe in dieser Phase kurzzeitig mit Unsicherheit oder Schreckhaftigkeit auf die neue, fremde Welt reagiert, ist kein Zuchtfehler, sondern ein natürlicher Entwicklungsschritt, der Geduld und liebevolle Führung durch die neuen Besitzer erfordert.



Neu-Bewertung: Reize, die der Welpe bei Ihnen noch als harmlos eingestuft hat, werden plötzlich kritisch hinterfragt.

Erhöhte Sensibilität: Erlebnisse in dieser Zeit brennen sich tiefer ein. Ein lautes Motorrad oder ein knallender Müllwagen kann jetzt eine langanhaltende Geräuschangst auslösen. 


  • Sicherheit geben, nicht mitleiden: Wenn Ihr Welpe vor einem Geräusch erschrickt, bleiben Sie ruhig stehen. Atmen Sie tief durch, lächeln Sie und gehen Sie entspannt weiter, sobald er sich löst.
  • Kein Zwang: Wenn er „einfriert“, geben Sie ihm Zeit zum Schauen. Locken Sie ihn freundlich, aber ziehen Sie ihn nicht mit Gewalt an der Leine hinterher.


2. Verlust des „Rudel-Schutzes“


Bei Ihnen sind die Welpen in einer Gruppe. Wenn einer neugierig vorangeht, folgen die anderen. Dieses kollektive Selbstbewusstsein fällt beim Auszug als Einzelhund weg:

Fehlendes Vorbild: Ohne Geschwister und die souveräne Mutterhündin muss der Welpe die Welt ganz allein bewältigen.

Einsamkeitssymptome: Das plötzliche Fehlen von Artgenossen führt oft zu Stress, der sich in allgemeiner Unsicherheit und Lärmempfindlichkeit äußert. 


3. Der Umzugsschock


Der Wechsel in ein neues Zuhause ist der größte Stressfaktor im Leben eines Hundes.

Überforderung: Neue Gerüche, neue Stimmen und eine völlig fremde Umgebung führen oft dazu, dass der Welpe erst einmal „dichtmacht“.

3-3-3-Regel: Es dauert oft 3 Tage zum Ankommen, 3 Wochen für die erste Routine und 3 Monate, um sich wirklich sicher zu fühlen. 


4. Erwartungshaltung der neuen Besitzer

Oft wollen Käufer dem neuen Familienmitglied sofort „alles zeigen“. 


Zu viel auf einmal: Lange Spaziergänge an der lauten Straße oder Besuche im Baumarkt überfordern einen 10 Wochen alten Welpen in der Angstphase massiv.

Mangelnde Führung: Wenn die neuen Besitzer unsicher reagieren, wenn der Welpe erschrickt, bestätigt das seine Angst.


Wichtig: Bringen Sie Ihrem Welpen in den ersten Wochen vor allem das Nichtstun bei. Ein entspannter Dackel im Haus ist das Ergebnis von Ruhe, nicht von Dauerbespaßung.





Gemeinsam für den Hund


In 23 Jahren habe ich gelernt, dass Kommunikation der Schlüssel ist. Mein Anspruch war und ist es immer, meine Käufer auch nach dem Auszug zu begleiten. Wenn Fragen auftauchen oder die Pubertät Herausforderungen bringt, bin ich die erste Ansprechperson. Ein offener Dialog von Anfang an ist durch nichts zu ersetzen.


Leider wird das ab und zu nicht wahr genommen und nach 2,5/3 Jahren wird plötzlich kommuniziert, der Dackel macht Probleme! Das ist meistens "Hausgemacht".


Ich bin unendlich stolz auf die vielen „Dackel-Geschichten“, die ich über die Jahrzehnte miterleben durfte – vom jagdlichen Erfolg bis zum verschmusten Senior auf dem Sofa. Danke an alle Käufer, die mir seit 23 Jahren ihr Vertrauen schenken und die wissen, dass ein Hund das wird, was wir gemeinsam aus ihm machen.


Auf die nächsten Jahre mit unseren wunderbaren Kurzhaardackeln!


1. Der „Dackel-Radar“: Umgang mit dem Jagdtrieb


  • Tipp: Empfiehl von Tag 1 an ein Rückruftraining mit der Pfeife. Das ist klarer als die Stimme und wird von Arbeitslinien extrem gut angenommen.
  • Empfehlung: „Schleppleinentraining im Wald ist in den ersten Monaten Pflicht, bis die Bindung steht.“


2. Nasenarbeit als „Beruhigungsmittel“


Ein Dackel aus Leistungslinie will arbeiten. Wenn er unterfordert ist, sucht er sich eigene (oft unerwünschte) Aufgaben.


  • Tipp: Bring den Welpen das Verloren-Suchen bei (einen Handschuh oder Beutel im Garten verstecken). 10 Minuten Nasenarbeit lasten den Hund geistig mehr aus als 2 Stunden Spaziergang und fördern die Ruhe im Haus.


3. Die „Sicherheit der Box“


Um die Angstphase und Schreckhaftigkeit in der neuen Umgebung abzufangen:


  • Tipp: Empfehlung, eine Hundebox/Tasche oder ein Zimmerkennel als Rückzugsort. „Das ist die Höhle des Welpen. Hier wird er nicht gestört, hier ist er sicher, egal was draußen für Lärm ist.“ Das hilft massiv gegen die Überreizung, die oft zu Angst führt.


4. Die „Ruhe-Inseln“ im Alltag


Besitzer von Arbeitshunden neigen dazu, zu viel zu machen („Der muss doch müde werden!“).

  • Empfehlung: die Regel lautet: „Ein Welpe lernt in den ersten Wochen nicht Action, sondern Ruhe.“ Ein Hund, der ständig bespaßt wird, zum „Adrenalin-Junkie“ wird, der später bei jedem Geräusch hochschreckt.




Checkliste: Die ersten 14 Tage im neuen Zuhause

1. Ruhe & Ankommen (Tag 1–3)

  • Besuchsverbot: In den ersten 1-2 Wochen sollten keine Freunde oder Verwandten vorbeikommen. Der Welpe muss erst einmal eine Bindung zu seinen neuen Menschen aufbauen.
  • Feste Routinen: Gleiche Fütterungszeiten und immer derselbe Platz zum Schlafen helfen dem Welpen, sich zu orientieren.
  • Rückzugsort: Ein fester Platz (Körbchen oder Box) ist heilig. Hier darf der Welpe nicht gestört werden.

2. Die Welt entdecken (Tag 4–14)

  • Kurze Spaziergänge: Faustregel: 5 Minuten pro Lebensmonat am Stück. Bei einem 10 Wochen alten Welpen reichen 10–15 Minuten völlig aus.
  • Qualität vor Quantität: Lieber nur 5 Minuten an einer belebten Straße stehen und zuschauen, als eine Stunde durch den Wald zu rennen. Der Welpe soll Reize nur beobachten, nicht davon überflutet werden.
  • Sicherheitsgeschirr: Ein ängstlicher Welpe kann sich aus einem normalen Halsband winden. Ein gut sitzendes Geschirr ist in der ersten Zeit sicherer.

3. Ernährung & Gesundheit

  • Gewohntes Futter: In den ersten Monaten unbedingt das Futter vom Züchter weitergeben, um Verdauungsprobleme durch Stress zu minimieren.
  • Kauspielzeug: Kauen baut Stress ab. Ein gefüllter Kong oder ein weiches Kauspielzeug hilft dem Welpen, zur Ruhe zu kommen.

4. Das "Alleinsein" vorbereiten

  • Sekundenweise üben: Nicht erst nach zwei Wochen plötzlich 2 Stunden wegbleiben. Schon ab Tag 3 für ein paar Sekunden den Raum verlassen, damit der Welpe lernt: "Der Mensch kommt immer wieder"


Die klassische „Dackel-Pubertät“!

Ein Junghund  entdeckt sein Selbstbewusstsein. Das Pöbeln an der Leine ist oft eine Mischung aus Unsicherheit (die wir oben besprochen haben) und dem Versuch, die Situation selbst zu regeln, weil er dem Besitzer (noch) nicht zutraut, das zu übernehmen.

Hier ist der Schlachtplan für die Besitzer:


1. Warum zieht und pöbelt er?

  • Frust: Er will unbedingt zum anderen Hund/Reiz und kommt nicht hin.
  • Angst-Aggression: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Er will den anderen Hund auf Distanz halten.
  • Fehlende Leinenführigkeit: Er hat einfach noch nicht gelernt, dass eine lockere Leine die Bedingung für Fortbewegung ist.


2. Sofort-Maßnahmen gegen das Pöbeln

  • Abstand ist alles: Wenn der Dackel fixiert (starrt), ist es schon fast zu spät. Die Besitzer müssen den Abstand zum anderen Hund so groß wählen, dass ihr Dackel noch ansprechbar bleibt (z.B. die Straßenseite wechseln oder einen Bogen gehen).
  • Blickkontakt belohnen: Sobald der Welpe den anderen Hund sieht, aber bevor er bellt, gibt es ein super Leckerli. Er soll lernen: „Anderer Hund = Party bei meinem Herrchen“.
  • Körpersperre: Der Besitzer stellt sich ruhig zwischen seinen Dackel und den anderen Hund. Das signalisiert: „Ich regle das, du musst nicht bellen.“


3. Training gegen das Ziehen (Leinenführigkeit)

  • Die „Rote Ampel“: Sobald die Leine spannt, bleibt der Mensch stehen. Keinen Millimeter weiter. Erst wenn die Leine locker wird (der Hund sich umdreht oder einen Schritt zurückgeht), geht es weiter. Das erfordert eiserne Geduld!
  • Richtungswechsel: Zieht der Hund nach vorne, dreht der Besitzer wortlos um und geht in die andere Richtung. Der Dackel lernt: „Wenn ich ziehe, kommen wir nie ans Ziel.“
  • Geschirr statt Halsband: Zum Trainieren der Leinenführigkeit ist ein gut sitzendes Y-Geschirr wichtig, damit der Kehlkopf des Dackels nicht belastet wird, wenn er sich in die Leine hängt.


4. Wichtiger Tipp für Dackel-Halter

Dackel sind Sichtjäger. Wenn sie draußen „pöbeln“, sind sie oft im Tunnel. Die Besitzer sollten versuchen, die Aufmerksamkeit des Hundes spielerisch bei sich zu behalten (z.B. durch kleine Suchspiele im Gras oder plötzliche Tempowechsel).


Wenn ein Dackel, bei Einzug in die neue Familie noch neugierig und fröhlich war, dann aber plötzlich nach einigen Monaten schnappt und knurrt, ist meistens die Kommunikation zwischen Mensch und Hund „aus dem Ruder gelaufen“. Es ist selten ein genetischer Fehler, sondern oft ein Missverständnis in der Erziehung.

Hier sind die drei häufigsten Dinge, die schiefgelaufen sein könnten:


1. Die „Warnsignale“ wurden ignoriert

Ein Hund schnappt fast nie ohne Vorwarnung. Er zeigt erst feine Signale: Erstarren, Lefzenlecken, Fixieren oder Knurren.

  • Der Fehler: Wenn die Besitzer das Knurren bestraft haben („Pfui“, „Aus“, Schimpfen), lernt der Dackel: „Knurren bringt nichts, ich muss direkt zubeißen, damit sie mich verstehen.“
  • Die Folge: Der Hund überspringt die Warnung und schnappt sofort.


2. Fehlende Führung und Struktur

Dackel sind mutige Jagdhunde. Wenn sie merken, dass ihre neuen Besitzer unsicher sind oder keine klaren Regeln aufstellen, übernehmen sie den Job.

  • Der Fehler: Der Welpe durfte von Anfang an alles (Sofa, Bett, Ressourcen verteidigen), ohne dass ihm Grenzen gesetzt wurden.
  • Die Folge: Der Dackel denkt, er sei der „Chef“ der Ressource (z. B. des Sofas). Wenn der Besitzer ihn dann runterschicken will, sieht der Dackel das als Majestätssbeleidigung an und verteidigt seinen Status.


3. Überforderung und Schlafmangel („Nach müde kommt blöd“)

Viele Neubesitzer wollen alles perfekt machen: Welpenschule, Stadtbesuch, Garten, ständig spielen.

  • Der Fehler: Der Welpe bekommt nicht die nötigen 20 Stunden Schlaf. Das Nervensystem ist dauerhaft überreizt.
  • Die Folge: Der Hund hat eine extrem niedrige Frustrationsgrenze. Er reagiert „hysterisch“ und aggressiv auf harmlose Berührungen oder Kommandos, weil er schlichtweg nervlich am Ende ist.


4. Ein Vertrauensbruch beim Handling

Dackel sind klein. Oft werden sie einfach ungefragt hochgehoben, bedrängt oder körperlich gemaßregelt.

  • Der Fehler: Der Hund fühlt sich in die Enge getrieben (Distanzlosigkeit des Besitzers).
  • Die Folge: Da er nicht wegrennen kann (Leine oder Arme), wählt er den Weg nach vorne (Schnappen), um sich Raum zu verschaffen.

Was ich den Besitzern jetzt rate:
Sie müssen aufhören, den Hund als „süßes Baby“ zu sehen, und anfangen, ihn als
ernstzunehmenden Jagdhund mit klarer Hausordnung und viel Ruhe zu führen. GsD kommen solche Dinge ganz ganz selten vor.


Bedenken Sie - der Züchter macht den Welpen - der Besitzer den Hund! Der Hund ist immer das "Produkt" zu dem er gemacht wurde!